Politforum 04/2019

Feuriger Elias und das Tram 6

Erinnern Sie sich noch als der Feurige Elias, die Dampflok, gelegentlich das Worblental hinauf pustete. Es ist schon eine Weile her. Der Elias musste immer wieder eine Pause machen, um Wasser und Kohle nachzuladen.

Das Tram 6 macht am Abend nach 21 Uhr in Worb auch eine Pause und zwar immer 20 Minuten, z. B. von 21.06 bis 21.26 Uhr. Jede halbe Stunde das gleiche Bild, das Tram kommt, wartet und wartet und fährt wieder Richtung Bern. Wasser und Kohle werden aber nicht mehr benötigt.

Warum diese Pause? Damit zwischen Siloah und Worb der 30-Minuten-Takt eingehalten werden kann. Würde nämlich der 15-Minuten-Takt, welcher zwischen Bern und Siloah gilt, bis Worb weitergeführt, würde diese Pause wegfallen.  Der 15-Minuten-Takt würde genau so funktionieren wie an Sonntagen. Einziger Nachteil: Die Tramführer hätten nur noch 5 Minuten Pause statt 20 Minuten, genauso wie sonst den ganzen Tag über.

Das wäre der 15-Minuten-Takt für eine Stunde. Die farbig markierten Zeiten sind neu. Im gültigen Kursbuch sind diese leer.

Was könnten Gründe sein, warum das Tram im Siloah umkehrt statt nach Worb zu fahren? Könnte ein Grund sein, dass Bernmobil die teure Wendeschlaufe im Siloah täglich 5 Mal benutzt und sie somit nicht ganz nutzlos ist?

Es könnte aber auch sein, dass der Gemeinderat Worb, als dieser unlogische 30-Minuten-Takt eingeführt wurde, gar nicht merkte, dass der 15-Minuten-Takt praktisch gratis möglich wäre. Man sollte nun versuchen, den Fehler zu beheben und alle Hebel in Bewegung setzen, um das zu ändern.

Denn der 15-Minuten-Takt würde für die Bevölkerung von Worb und Rüfenacht einen echten Gewinn bringen. Lästige Wartezeiten nach Kino- und Theaterbesuchen und Ähnlichem würden stark reduziert. Auch das Umsteigen in Gümligen aus Richtung Thun und Langnau würde erleichtert, aus Thun nur 10 Minuten Wartezeit statt 25 Minuten – bei jedem Wetter!

Hans-Ulrich Steiner, Rüfenacht